FAQ

Du möchtest Gebärdensprachen oder Gebärdensprachdolmetschen studieren und hast noch ein paar Fragen?

Hier sind die Antworten!

Wie bekomme ich einen Studienplatz?
Grundsätzlich werden am Institut für Deutsche Gebärdensprache die Bachelorstudiengänge zum Wintersemester (Bewerbungsfrist ist der 15. Juli) und die Masterstudiengänge zum Sommersemester (Bewerbungsfrist ist der 15. Januar) zugelassen. Die Bewerbung erfolgt online, Unterlagen hierzu findest du auf der Homepage der Universität Hamburg.

Welche Voraussetzungen muss ich erfüllen?
Bisher gibt es keine speziellen Zulassungsbedingungen wie zum Beispiel Vorkenntnisse in Deutscher Gebärdensprache. Das Auswahlverfahren läuft nach Abiturnote, Wartezeit und Härtefall. Eventuelle Änderungen findest du auf der Homepage des IDGS.
Dennoch solltest du dir darüber im Klaren sein, dass du eine visuo-gestische und expressive Sprache lernst. Daher brauchst du ein gutes Seh- und Hörvermögen, uneingeschränkte Grob- und Feinmotorik und solltest dich nicht unbehaglich dabei fühlen, dich mit dem Körper auszudrücken. Ein Studienanfänger muss neben natürlicher Sprachbegabung und guter Muttersprachkenntnisse, Textverständnis, Kreativität und Spaß am Texte er- und bearbeiten auch Interesse an der fremden sowie der eigenen Kultur mitbringen und keine Hemmungen haben, sich einer fremden Kultur anzunähern.

Ist ein berufsorientiertes Praktikum, Auslandsjahr, Freiwilliges Jahr o. ä. hilfreich bei der Bewerbung?
Praktika o. ä. helfen bei der Studienplatzvergabe nicht weiter, sind jedoch eine gute Möglichkeit herauszufinden, ob die Studiengänge etwas für dich sind. Gegebenenfalls kannst du dir deine gesammelten Erfahrungen als Pflichtpraktikum während des Studiums anrechnen lassen.

Wie sieht das Berufsbild von Gebärdensprachdolmetschern aus?
GebärdensprachdolmetscherInnen arbeiten überwiegend freiberuflich. Du musst dir daher nach dem Studium deinen eigenen Kundenstamm langsam aufbauen, Kontakte zu Kollegen und Kunden pflegen, dich selbst um soziale Absicherung kümmern, Rechnungen schreiben etc. Da die Einsätze in den unterschiedlichsten Bereichen stattfinden (in der Berufsausbildung, am Arbeitsplatz, beim Arztbesuch, Elternabend in der Schule, bei Behörden, wissenschaftlichen Vorträgen, politischen Wahlveranstaltungen, in verschiedensten Studiengängen an der Uni usw.) brauchst du ein weit gefächertes Allgemeinwissen und musst dich in neue Themen einarbeiten können.
Im Internet kannst du dich näher über das Berufsbild informieren: www.bgn-ev.de und www.bgsd.de.

Wo bekomme ich mehr Informationen?
Schau dich auf der Universitäts- und Institutshomepage um (für Dolmetschinteressierte empfehlen sich zusätzlich die Seiten der Berufsverbände) oder schreibe gezielt Studierende über die Fachschaft an: fsr[at]sign-lang.uni-hamburg.de.

Wo kann ich noch Gebärdensprachdolmetschen studieren?
Hochschule Magdeburg-Stendal
Westsächsische Hochschule Zwickau
Humboldt-Universität zu Berlin (nur Master)

Hochschule Fresenius Idstein (nur Master, berufsbegleitend, private Hochschule)

Welche Berufsmöglichkeiten gibt es mit dem Gebärdensprachabschluss?
Unsere Berufsmöglichkeiten entsprechen in etwa denen aller anderen GeisteswissenschaftlerInnen: Uns steht ein großes Berufsfeld offen, Spezialisierungen sind jedoch in den meisten Fällen erforderlich. Direkt mit dem Bachelor (B. A.) Gebärdensprachen kann man z. B. im Integrationsfachdienst, in Gehörlosenverbänden, im Bereich der Linguistik oder der PR arbeiten. Will man allerdings als TherapeutIn, LehrerIn, ErzieherIn, BetreuerIn o. ä. arbeiten oder in die Sprachförderung gehen, ist eine Zusatzqualifikation im Anschluss Pflicht. Der Master Gebärdensprachen bietet die Möglichkeit, im Anschluss an das Studium selbstständig zu forschen, sei es in Kultur, Poesie oder Linguistik. Generell bietet der B. A. Gebärdensprachen keine so festgelegte Berufsperspektive wie das Dolmetschstudium, vielmehr sind individuelle Wege möglich.

Ist Gebärdensprache international?
Nein!! Die Gebärdensprachen sind keine Erfindung, sondern haben sich in den einzelnen Ländern unabhängig voneinander innerhalb der Gehörlosengemeinschaften entwickelt. Und sie sind nicht an die Lautsprache gekoppelt, in Großbritannien gebärdet man anders als in den USA. Dennoch sind die Gemeinsamkeiten so groß, dass sich Gehörlose unterschiedlicher Herkunft sehr gut miteinander verständigen können. Es gibt sogar dialektale Unterschiede, aber keine Angst, wer in Hamburg Gebärden gelernt hat, kann sich mit etwas Übung ebenso mit Süddeutschen unterhalten.

Welche Gebärdensprache lerne ich an der Uni?
In erster Linie DGS, also Deutsche Gebärdensprache. Gebärdensprachler lernen in den letzten beiden Semestern noch ein bis zwei Fremdgebärdensprachen (zum Beispiel die Amerikanische, Britische, Russische Gebärdensprache, etc.). Gebärdensprachdolmetscher belegen Kurse in lautsprachbegleitendem Gebärden (LBG) und anderen Mischformen.

Was ist der Unterschied zwischen DGS und LBG?
DGS ist die Deutsche Gebärdensprache, die natürliche und vollwertige Sprache der Gehörlosen, die nach einer eigenen Grammatik artikuliert wird.
LBG ist lautsprachbegleitendes Gebärden. Hierbei werden Gebärden aus der DGS entlehnt, während man gut artikuliert in normalen deutschen Sätzen spricht. LBG ist keine eigenständige Sprache, sondern ein Kommunikationshilfsmittel, das vor allem von oral erzogenen Schwerhörigen favorisiert wird.

Wo kann man noch Gebärdensprache lernen?
In den meisten Städten gibt es Kurse an den Volkshochschulen, im Gehörlosenverein oder bei von Gehörlosen gegründeten privaten Gebärdensprachschulen.
Die Deafbase ist das Internet-Adressverzeichnis für alles, was mit Gehörlosigkeit zu tun hat. Dort findest du unter Gebärdensprachkurse die Adressen für deine Stadt und kannst dich auf den entsprechenden Homepages näher erkundigen.
Außerdem interessant ist www.taubenschlag.de. Dort findest du aktuelle Informationen aus der Gehörlosenszene.
Wenn du Literatur oder Videos/CD-Roms zum Gebärden lernen suchst, hilft dir die Seite des Signum-Verlags.

Wie ist die Betreuung?
Da das IDGS ein sehr kleines Institut ist, ist der Austausch mit den Dozenten eng und persönlich. Außerdem steht bei Fragen und Problemen die Institutsleiterin Prof. Dr. Annika Herrmann zur Verfügung. Die Sprechstunden sind meist sehr voll, aber das Warten lohnt sich, wenn du konkrete Anliegen mitbringst. Die Zeiten der Sprechstunden erfragst du am besten im Geschäftszimmer des Instituts in der Binderstraße oder du trägst dich auf der Liste an ihrer Tür ein.

Gibt es eine Reihenfolge, in der man sein Hauptfach bzw. das Nebenfach abschließen soll?
Es gibt keine Vorlage, nach der man Haupt- und Nebenfach abschließen soll. Man kann sich jedoch erst zur Prüfung anmelden, wenn man für sein Hauptfach alle „Scheine“ zusammen hat. Wie viele Seminare belegt werden müssen, gibt der jeweilige Fachbereich vor, dafür muss man sich bei den jeweiligen Fachbereichen erkundigen.
Nebenfach, ABK- und Wahlbereich können auch parallel zum Abschlusskolloquium abgeschlossen werden.

Wie viele Stunden muss man für das Nebenfach machen, wenn man DGS als 1. Hauptfach belegt?
Das ist abhängig vom gewählten Fach und steht in den jeweiligen fachspezifischen Bestimmungen (Modulhandbuch).

Gibt es Zwischenprüfungen? Ab wann kann man sich zur Bachelorprüfung melden und was muss dabei beachtet werden?
Generell gilt, dass man im B.A./M.A.-System in seinem Nebenfach keine extra Abschlussprüfung ablegen muss, denn jede Klausur- oder Hausarbeitsnote des Nebenfachs fließt bereits in die Endnote des Studiums ein.
Ansonsten gilt: Wenn man alle Scheine im Hauptfach hat, meldet man sich im Prüfungsamt des Fachbereichs Sprache-, Literatur- und Medienwissenschaft bei der Prüfungsabteilung in der Johnsallee 35 zur Prüfung an.
Die Abteilung hat eine Homepage mit FAQs und eine Checkliste zum Thema B.A./M.A.-Arbeit zusammengestellt, wo wirklich alles super erklärt wird.

Woher weiß man, welches Seminar man wann belegen muss? Gibt es einen Laufzettel mit Zeitpunkten, Seminaren, Fristen und Prüfungen?
In den jeweiligen fachspezifischen Bestimmungen (Modulhandbuch) steht genau drin, welche Seminare belegt werden müssen (u. a. wird auch in der OE ein extra Termin für die Nebenfachbelegung freigehalten). Dann meldet man sich über STiNE zu der jeweiligen Veranstaltung an und erfährt während des Semesters wo, wie und wann Klausuren geschrieben werden bzw. wann eine Hausarbeit abgegeben werden muss. Laufzettel, Zwischenprüfung und Co. sind seit STiNE und dem B.A./M.A.-System Geschichte.
Die Reihenfolge der Seminarbelegung ist je nach Fachbereich mehr oder weniger festgelegt. Das Gebärdensprach-Hauptfachstudium teilt sich beispielsweise auf in Einführungs-, Aufbau- und Vertiefungsphase, woraus sich eine logische Reihenfolge ergibt.

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