Praktika

Einführungspraktikum

In der Einführungsphase (1.-2. Semester) müssen die Dolmetschstudierenden zwei Praktika à 30 Stunden absolvieren.

1. Begleitung einer Sozialarbeiterin bzw. eines Sozialarbeiters für Gehörlose, Schwerhörige oder Ertaubte. Dieses Praktikum wird von vielen Studenten bei einem Integrationsamt absolviert, welches unter anderem für die begleitende Hilfe Schwerbehinderter im Arbeitsleben zuständig ist. Ein weiterer beliebter Anlaufpunkt sind Beratungsstellen jeglicher Art, die sich auf Hörgeschädigte spezialisiert haben.
2. Gehörlose in leitender Funktion begleiten, diese können in einer sozial, politisch oder kulturell orientierten Einrichtung oder selbstständig tätig sein. Mögliche Anlaufpunkte sind die Landesverbände des Gehörlosenverbands oder (sollte die Stadt groß genug sein) die Stadtverbände wie z. B. der Gehörlosenverband München Umland oder der Gehörlosenverband Hamburg.

Hospitationspraktikum

In der Aufbauphase (3.-4. Semester) soll das 60-stündige Hospitationspraktikum absolviert werden. Du begleitest einen oder mehrere DolmetscherInnen und schaust dir seine/ihre Arbeit an.
Im Vorgespräch könnt ihr die Einsätze, deine Ziele und Wünsche etc. besprechen. Versuche am besten, an möglichst unterschiedlichen Settings teilzunehmen und nutze die Zeit, den Beruf besser kennenzulernen und dem Dolmetscher Fragen zu seinem Arbeitsalltag zu stellen. Hier findest du einen Beobachtungsbogen, der dir bei der Auswertung deiner Einsätze und als Grundlage für deinen Praktikumsbericht (keine genaue Seitenzahl im Modulhandbuch festgelegt, aber ungefähr 3 Seiten) dienen kann.

Dolmetschpraktikum

In der Vertiefungsphase (5.-6. Semester) soll das 90-stündige Dolmetschpraktikum absolviert werden. DolmetscherInnen nehmen dich zu ihren Einsätzen mit, bei denen du unter ihrer Beobachtung selbst dolmetscht.
Dieses Praktikum ist dazu gedacht Dolmetschpraxis zu erlangen und deine Fähigkeiten auszubauen. Du besprichst den Ablauf und die Einsätze vorher mit dem/den DolmetscherInnen und solltest ggf. genügend Vorbereitungszeit einplanen. Es kann sich anbieten, möglichst regelmäßig wiederkehrende Themenbereiche zu dolmetschen, um sich gut in ein Thema einarbeiten zu können (Hospitationsstunden können zur Gesamtstundenzahl dazugerechnet werden, es müssen nicht 90 Stunden gedolmetscht werden). Manche Dolmetscher setzen einen Praktikumsvertrag auf, in dem die Schweigepflicht und ähnliches festgehalten wird. Grundsätzlich bist du als zusätzliche Person angedacht, so dass bei Doppelbesetzungen dennoch zwei reguläre Dolmetscher anwesend sein sollten.

Woher bekomme ich Adressen für mein Praktikum?

1. Die Adressen von unterschiedlichsten Einrichtungen und Berichte von Kommilitonen, die bereits ein Praktikum absolviert haben, befinden sich im Praktikumsordner im FSR-Raum in der Binderstraße 34.
2. Natürlich ist auch das Internet eine gute Möglichkeit, um sich zu informieren. Für das Aufbau- und Vertiefungspraktikum empfehlen sich die Seiten der Berufsverbände der einzelnen Bundesländer.
3. Als außerordentliches Mitglied kann man an den Versammlungen des BGN (Berufsverband der GebärdensprachdolmetscherInnen Norddeutschland e.V.) teilnehmen und Kontakte zu DolmetscherInnen knüpfen.

Wie bewerbe ich mich für ein Praktikum?

Bei jedem Praktikum empfiehlt sich eine telefonische Anfrage, das macht einen guten ersten Eindruck und erspart lästiges Warten auf Antwortmails. Außerdem kann man direkt erfragen, was die Bewerbung beinhalten soll (Anschreiben, Lebenslauf, Dolmetschvideo etc.).
Ihr müsst euch selbstständig um einen Praktikumsplatz kümmern, da Dolmetscher und z. B. Beratungsstellen nicht verpflichtet sind, Praktikanten zu nehmen. Außerdem muss bei dem Hospitations- und dem Dolmetschpraktikum jeder Kunde um sein Einverständnis gebeten werden und es eignen sich nicht alle Einsätze (z. B. Arztbesuche, Prüfungssituationen etc.). Daher solltet ihr euch rechtzeitig (das kann bedeuten ein Jahr im Voraus) kümmern. Richtet euch auch darauf ein, nicht alle Stunden bei derselben Dolmetscherin/demselben Dolmetscher zu absolvieren.

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