Beschreibung des Studiengangs

Aufbau des Studiums

Wie bei Bachelor-Studiengängen üblich, gliedert sich das Studium in eine Einführungs-, eine Aufbau- und eine Vertiefungsphase, die jeweils 1-3 Semester in Anspruch nehmen sollen. Die Einführungsphase besteht aus 7 Modulen, die Aufbauphase aus 6 Modulen und die Vertiefungsphase ebenfalls aus 6 Modulen.
In den Modulen sind verschiedene Seminare oder Vorlesungen zu einem Themenbereich enthalten. Nach jedem Modul gibt es eine Modulabschlussprüfung, die in Form einer mündlichen oder praktischen Prüfung, einer Klausur oder einer Hausarbeit abgelegt wird.
Nach der Vertiefungsphase folgt noch ein Abschlussmodul, welches die Bachelorarbeit, ein Kolloquium und eine dolmetschpraktische Prüfung enthält. Die Regelstudienzeit beträgt 7 Semester, wobei das 7. Semester hauptsächlich für das Abschlussmodul vorgesehen ist. Nach erfolgreichem Bestehen des Abschlussmoduls hat man den Abschluss „Bachelor of Arts Gebärdensprachdolmetschen“ und kann somit als Gebärdensprachdolmetscher arbeiten.

Voraussetzungen

Bei dem Studiengang Gebärdensprachdolmetschen handelt es sich um einen zulassungsbeschränkten Studiengang. Die NCs und Wartesemesterzeiten der letzten Semester können hier eingesehen werden.
Jährlich werden zum Wintersemester ca. 18 Studienanfänger immatrikuliert. Offizielle Voraussetzung ist eine Hochschulzugangsberechtigung. Von Seiten der Uni wird nicht mehr verlangt. Jedoch wäre es günstig, keine Beeinträchtigung in der Beweglichkeit der Hände, Arme oder des Oberkörpers zu haben. Ein gutes Wahrnehmungsvermögen sowie Sprachgefühl sind ebenso wichtig. Da als Gebärdensprachdolmetscher/in auch viel gesprochen werden muss, wären Sprech- und Sprachfehler eher ungünstig.
Vorkenntnisse in Deutscher Gebärdensprache (DGS) sind nicht erforderlich! Ein grundständiges Erlernen der Sprache ist in der Einführungs- und Aufbauphase vorgesehen. Auch Vorpraktika sind nicht vorgeschrieben. Des Weiteren ist die Beherrschung der englischen Sprache von Vorteil, da ein Großteil der Literatur, die in den wissenschaftlichen Seminaren zu lesen ist, auf Englisch verfasst ist.

Studieninhalte

Einführungsphase
In der Einführungsphase liegt der Schwerpunkt auf dem Erlernen der DGS. Außerdem werden Grundlagen in Linguistik,  Translationswissenschaft und in Kultur, Soziologie und Psychologie der tauben Menschen vermittelt. Des Weiteren gibt es einige Seminare zur Vorbereitung (z.B.: Gedächtnistraining, Absehen) auf folgende Dolmetschseminare sowie bereits einige Seminare im Bereich der Dolmetschtechniken (Stimmbildung, Vom-Blatt-Übersetzen). Zusätzlich muss auch ein Seminar zum wissenschaftlichen Arbeiten belegt werden.

In der Einführungsphase müssen 2 Praktika à 30 Stunden in zwei verschiedenen Bereichen absolviert werden.

Aufbauphase
In der Aufbauphase gibt es weitere DGS-Lehrveranstaltungen. Hinzu kommen Seminare, die sich auf das Berufsfeld des Gebärdensprachdolmetschens beziehen sowie Seminare, in denen das Konsekutiv- und Simultandolmetschen erlernt wird. Außerdem werden Veranstaltungen zu LBG (Lautsprachbegleitendes Gebärden) und Verwaltung sowie Teamarbeit belegt. Des Weiteren werden Kurse zum Sprachsystem und der Sprachverwendung von DGS angeboten.

In dieser Phase soll auch ein Hospitationspraktikum im Umfang von 60 Stunden absolviert werden.

Vertiefungsphase
In der Vertiefungsphase werden Veranstaltungen zur Produktion von DGS zu verschiedenen Themenbereichen angeboten. Außerdem finden weiterführende Seminare zum Simultan- und Vortragsdolmetschen statt. Auch die Berufs- und Ehrenordnung der Dolmetscher wird in einem Kurs behandelt.

Hier ist ein Dolmetschpraktikum in einem Umfang von 90 Stunden vorgesehen.

Die genauen Seminare zu allen Phasen können im Modulhandbuch eingesehen werden, das du hier herunterladen kannst. Für die gesamte Dauer deines Studiums gilt das jeweilige Modulhandbuch, das zu deinem ersten Semester ausgegeben wurde.
Das Studium beinhaltet viele Pflichtveranstaltungen, die besucht werden müssen, d. h. es kann nur in begrenztem Maße frei gewählt werden. Die Stundenzahl pro Woche allein für das Hauptfach liegt ca. zwischen 26 und 32 Stunden. Hinzu kommen noch Pflichtveranstaltungen im ABK- und Wahlbereich, was zu einer 34-Stundenwoche führen kann. Grund für diese hohe Stundenzahl pro Woche ist die Umstellung auf das Bachelor-/Master-System, was zur Folge hat, dass für das Studium weniger Semester zur Verfügung stehen. Neben den Seminaren und Vorlesungen muss auch noch Zeit für die Vor- und Nachbereitung zu Hause eingeplant werden.

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